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Kreistag: FDP mahnt realistische Energieziele an

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Kreistag: FDP mahnt realistische Energieziele an


Die Kreiskoalition aus SPD, B`90/Die Grünen und FWG legte in der Kreistagssitzung am 15.8.2011 einen Antrag vor, der den Kreisausschuss dazu auffordert, bis Mitte 2012 ein Handlungskonzept zu erarbeiten, nach dem der Lahn-Dill-Kreis bis 2030 seine benötigte Energie in einem Energienetzwerk zu 100% regenerativ erzeugt. Wolfgang Berns beantragte als FDP-Vertreter die Rücknahme des Antrages in der vorgelegten Form und mahnte realistische Zielsetzungen an. Dann werde die FDP den Antrag mit unterstützen. Mit den Stimmen aller anderen Fraktionen und Kreistagsabgeordneten wurde der Antrag dennoch angenommen.

Der Gesamtstromverbrauch im Lahn-Dill-Kreis betrug in 2010 1.930.564 MWh. Davon wurden im Lahn-Dill-Kreis 4,4% als regenerative Energie erzeugt. Das Aufkommen entsprang u.a. 3100 Photovoltaik- und Solarstromanlagen, 26 Windkraftanlagen, 24 Wasserkraftanlagen, 19 Biomasseanlagen und 4 Klärgasanlagen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.).

Aus dem gegenwärtigen Anteil regenerativer Energie ergibt sich, sollten die Absichten der Kreiskoalition ernsthaft weiter verfolgt werden, bis 2030 eine Steigerung auf das 23fache! des gegenwärtigen Anteils - nach welchem Mix auch immer. Oder anders: Bei einer Beschlussfassung in 2012 müssten bis 2030 jedes Jahr rd. 5,3% zugebaut werden um die 100% zu erreichen. Für die jetzt erreichten 4,4% Anteil hat man Jahrzehnte gebraucht, da sind 5,3% Zubau jährlich nicht nur sportlich, sondern einfach unrealistisch.
Die FDP befürchtet bei steigenden Energiepreisen durch die Energiewende eine Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Lahn-Dill-Kreis. Der Umsteuerungsprozess in unserer Energieversorgung muss deshalb an die Notwendigkeiten der energieintensiven Wirtschaft angepasst sein. Sonst drohen Arbeitsplatzverluste.

In der Antragsberatung rückten allerdings Sprecher der Kreiskoalition schon von den beantragten 100% ab. Man müsse sich doch Ziele stecken. Die FDP fordert jedoch neben Zielen auch Realismus von den politisch Verantwortlichen ein.