Herborn-Seelbach [cka]. Die Herborner FDP startet mit Sabine Merkelbach an der Spitze in den Kommunalwahlkampf. Am Donnerstagabend haben die Liberalen in der Seelbacher Gaststätte „Seelbacher Hof" ihre Kandidaten für den Urnengang am 26. März benannt - und die Herbornerin auf Platz eins des FDP Wahlvorschlags für das Stadtparlament gesetzt.
Zu den „Top fünf" gehören außerdem Kurt Meinl aus Merkenbach, Petra Zimmermann-Reuter aus der Kernstadt, Dr. Wilhelm Sbresny aus Seelbach und Klaus Dietrich aus Merkenbach.
Außerdem nominierten die Liberalen am Donnerstag Kandidaten für die Ortbeiräte in drei Stadtteilen: In Merkenbach treten Meinl, Dietrich und Andreas Reuter an, in Seelbach Sbresny, Arndt Zipp und Peter Dahlheimer und in der Kernstadt Merkelbach, Zimmermann-Reuter, Tassilo Richter und Jochen Diederichs.
Senioren und Jugend im Blick
Das Treffen in Seelbach nutzte Kreistagsabgeordneter Joachim Schmidt, um sich als Bewerber um das Landratsamt seinen Parteifreunden vorzustellen. Er sei zwar Kandidat der FDP, möchte aber kein Landrat für eine Partei, sondern für die Region sein.
Nachdem der Braunfelser sein Wahlprogramm erläutert hatte, legte Sabine Merkelbach ihre Ansichten und Forderungen für die Herborner Kommunalpolitik dar: Der 38-jährigen liegen vor allem die 5500 Herborner Bürger am Herzen, die über 60 Jahre alt sind. In Kurt Meinl als Mitglied des Seniorenbeirats habe die FDP in dieser Hinsicht eine Person mit großer Kompetenz. Die Freidemokraten schlagen vor, das der Beirat künftig in allen Gremien der Stadt vertreten ist.
Die Liberalen möchten zudem die Bildung der Jugend fördern und setzen sich für die Integration ausländischer Mitbürger ein. Sie regen deshalb an, dass der Ausländerbeirat künftig aktiv in den Vereinen mitarbeitet.
Für die städtischen Finanzen forderte Merkelbach einen „realistischen und ausgeglichenen Haushalt". Es gehe nicht an, das beim Entwurf des Etats angesichts von geringem Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit unrealistisch hohe Einnahmen angenommen würden.
Nachdenken über Privatisierung
Sie kritisierte, dass Bürgermeister Hans Benner (SPD) für 2006 (für den Nachtragshaushalt 2005, Korrektur S. Merkelbach) rund 3,9 Millionen Euro Mehreinnahmen publik mache - im Gegenzug aber acht Millionen Euro Mehrausgaben verschweige.
Merkelbach monierte es zudem, dass die profitablen Stadtwerke eine 100-prozentige Tochter der Herborner Bäderbetriebe seien. Die Verluste der Bäder würden durch die Stadtwerke gedeckt. Das bedeute faktisch zwei Millionen Euro an „Sondersteuern" für die Bürger. Würden Stadtwerke und Bäder getrennt, könnten die Preise für Strom und Gas gesenkt werden. Zudem erneuerte sie die FDP-Forderung, über eine Privatisierung der Bäder nachzudenken.
Zum Thema „Stadtmarketing" hätten die Freidemokraten von Anfang an einen „externen Profi" als Geschäftsführer empfohlen. Der Leiter des Amtes für Kultur und Sport sei mit der Aufgabe überfordert.
Noch nichts Eigenes geliefert
Wichtige Anforderungen für die Stelle seien auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sowie die Förderung und Neuansiedlung von Gewerbe und Mittelstand. Der „Erkundungsplan" für die Herborner Altstadt alleine sei nicht zielführend, sagte Merkelbach.
Den Plan hätten Bochumer Studenten erstellt, eigene Ergebnisse habe das Stadtmarketing noch nicht geliefert. „Der Berg hat gekreist und eine Maus geboren", sagte sie und regte darüber hinaus an, alle Stadtteile in das Stadtmarketing einzubeziehen.
Merkelbach forderte zudem ein Konzept für die zukünftige Nutzung von Bahnhofsvorplatz, Bahnhofstraße, Augustastraße und Pertuisplatz.





